Laut Google gehts mit unserem Hobby zu Ende. Zumindest, wenn man den Analysen von Google Trends glauben darf.
Interessante Grafiken zum Thema findet ihr hier: KORE Rpg Blog.
Mir selber ist ja neulich schon aufgefallen, dass die Anzahl von Seiten über die Forgotten Realms gewaltig eingebrochen ist. Noch schlimmer siehts sogar bei der Welt Kalamar oder meinem geliebten Hackmaster System aus. Einziger Lichtblick ist die oldschool Bewegung in den USA, die zumindest mit vermehrter Webpräsenz und zahlreichen - häufig kostenfreien - Veröffentlichungen zu erstauen weiss.
Wie siehts denn mit dt. Systemen und ihrer Webpresenz aus? DSA? Midgard? Andere? Wie ist euer Gefühl?
Kommentare
Ich glaube kaum, dass Google
Ich glaube kaum, dass Google Trends ein guter Indikator für die Situation unseres Hobbies ist. Leicht vergißt man, dass der Großteil der Rollenspieler kaum oder garnicht im Internet aktiv ist. Außerdem hat sich das Rollenspiel wieder mehr in die Breite entwickelt. Gerade in den letzten Jahren sind viele kleine Publisher auf dem Markt aufgetaucht, die trotz kleiner Auflagen gut im Geschäft sind. Ich habe dieses Jahr auf dem Gen Con mit vielen Publishern gesprochen und alle haben bestätigt, dass der Gen Con 2011 für sie besser gelaufen ist, als jemals zuvor.
Natürlich ist das Rollenspielhobby nicht mehr ganz so stark wie noch in den 80ern, aber davon zu sprechen, dass es mit dem Hobby zu Ende geht, halte ich für übertrieben. Jedoch sind die ehemals Großen der Industrie nicht mehr ganz so groß wie noch vor ein paar Jahren, dafür ist die Indie- und Small Press-Szene so stark wie noch nie.
Aber Google kann schon als
Aber Google kann schon als Indikator dienen, in wie weit das Internet noch dem Hobby Rollenspiel dienlich ist. Und da finde ich die Grafiken nicht sonderlich berauschend.
Ich vermisse die Zeit grosser RPG WebRings - auch wenn es manchmal schwierig war, vernünftige Seiten unter all dem Wust zu finden. Aber zumindest waren viele Spieler daran interessiert, ihre Sich auf ein oder mehrere Spiele online Kund zu tun. Und mehr Webpräsenz könnte dem ganzen Hobby wieder einen echten Push geben.
Das der GenCon für viele Fa. gut gelaufen sein soll - ich hoffe, das ist mal eine gute Nachricht. Ich hötte nichts dagegen, wenn auch die Besucherzahlen wieder gen 40k + tendieren. :)
Doom is coming!
Du bist echt DER Weltuntergangsprophet der deutschen RSP-Blogsphäre *g*
Zur Sache: Ich kam heute zu der Idee, dass es gerade bzgl. D&D4 vielleicht auch einfach eine Neustrukturierung ist. Der RPG-Markt wird nicht gerade größer und WotC fährt ganz neue Verkaufsmodelle (egal ob man das nun positiv oder negativ sehen möchte). Das heißt, es werden auch andere Käufer angesprochen. Aber für's erste sind erst einmal viele D&D-Fans verprellt. Andere Spieler altern usw. Ich erwarte, dass sich das auch wieder erholt. Allerdings wird die RPG-Szene dann sicherlich auch eine andere sein, als sie es jetzt ist oder früher war. Vielleicht rsp-blogs.de uach ein Beweis dafür, dass die "alten Strukturen" mehr im Untergrund landen? Ist alles natürlich nur blanke Spekultion, aber ich wollte hier mal eine weitere Zukunftsvision anbringen.
Und jetzt kann ich hinterher sagen: Hab ich's Euch nicht schon immer gesagt?! ;)
Mh, ich sollte meinen Blog
Mh, ich sollte meinen Blog wohl umbenennen, was? *g* Nein, im Ernst, ich hoffe ja auf eine Revitalisierung des Hobbys. Nicht grade durch eine Essential Line von Wizards derzeitiger 4e, aber vielleicht haben ja doch bald immer mehr Leute die Schnautze voll von Online RPGS oder Dauerberieselung im Fernsehen. Immerhin bringen heute Eltern ihren Kindern bei, 20-seitige Würfel zu schwingen. Das gabs zu meiner D&D Sturm- und Drangzeit ganz sicher nicht.
Da macht mir dann höchstens Sorgen, dass immer mehr Rollenspielläden verschwinden. Erstkontakt übers Internet beim Thema Pen & Paper Rollenspiel halte ich dann doch für zu unwahrscheinlich. Wer bestellt schon ein Buch/Spiel, das er nicht kennt... ohne zumindest mal so eswas zuvor in Händen gehalten zu haben?
DSA
Also zumindestens was DSA angeht ist die Zahl der tatsächlich Material produzierenden Seiten schwindend gering (jetzt mal ambitionierte Fanprojekte wie DereGlobus und WikiAventuria mal abgesehen).
Das war früher gefühlt anders, zu Zeiten des DSA-Rings gabs allerhand (oftmals natürlich auch trashige) Seiten mit eigenem Material das herzlich auf Konformität pfiff.
Das liegt mittlerweile alles ziemlich brach, bedauerlicherweise. Leider wirds einem aber auch nicht leicht gemacht, was solche Projekte angeht.
Qualität
Naja, die Qualität der FR Seiten war auch immer schwankend, aber zumindest gab es zahlreiche Hobbyseiten. Vielleicht findet ja eine Rückbesinnung auf solche Inhalte statt, wenn das Interesse an Seiten wie Facebook oder Spiele wie WoW wieder abnimmt.
Zur Zeit scheint Pen & Paper - zumindest online - keinen guten Stand zu besitzen.
Es betrifft nicht nur die Rollenspiele...
Hallo zusammen!
Ich denke, es wäre naiv anzunehmen, dass die Leute jetzt "Facebook machen", das aber irgendwas ausgelaugt ist und die Leute dann zum "klassischen WWW" zurückkehren. Sicher, irgendwann wird Facebook sicher abgelöst werden, so wie jede große Web-Instanz das vermutlich irgendwann wird – aber die Leute kommen deshalb noch lange nicht wieder. Ich nehme nämlich eher an, dass die, wenn, zu was Neuem abwandern.
Aber das Phänomen betrifft nicht nur die Rollenspiel-Webseiten alleine. Das klassissche Internet, so wie viele in der Rollenspiel-Szene das glaube ich aus Usenet-Zeiten kommend haben kommen und gehen sehen, ist rückläufig gegenüber der ganzen 2.0- und App-Welt, die sich da aufspannt. Die Wired hatte da neulich einen schönen Artikel dazu.Insofern verbuche ich die Web-Vielfalt im Rollenspielbereich insgesamt in etwa in der selben Kategorie wie die große Fanzine-Welt der 90er. War schön, hab ich sehr gemocht, aber die Zeiten ändern sich. Es wird immer "Überlebende" geben – unsere DORP etwa ist zwar derzeit etwas winterschläfrig, aber wir arbeiten dran, an diversen Fronten – aber das werden Ausnahmen, schätze ich...
Viele Grüße,Thomas
Guter Artikel zum Thema.
Guter Artikel zum Thema. Danke dafür!
Naiv wie ich bin hatte ich erwartet, dass eine immer noch große Zahl von Rollenspielern kreativ genug wäre, nicht dieser "Konsumer Mentalität" zu verfallen. Was nutzen all die selbst geschaffenen Welten, NSCs und magischen Gegenstände, wenn niemand sonst davon erfährt. Wie gut sind Hausregeln, die keinen kritischen Test durch andere User erfahren? Und wo sollen all die anderen Ideen her kommen, wenn nicht durch einen (zumindest anfänglich) anonymen Austausch von Rollenspielmaterial?
Die eigene Gruppe
Es ist halt auch nicht ganz unkompliziert. Früher habe ich im Grunde jede Pen&Paper-Runde, die ich irgendwie geleitet habe, als Download für die DORP aufbereitet und später teilweise dann noch mein Spieler-Sein in Gruppentagebücher und so umgelegt.Aber die Zeit habe ich einfach auch nicht mehr. Und mit einem rapide von Studium und Zeitungsarbeit eingekreisten Wochentakt stecke ich persönlich meine Zeit halt eher darein, meine nächsten Sitzungen zu planen, damit vor allem die Spieler vor Ort erst mal was geboten kriegen; darüber hinaus schaue ich dann, was ich "für die Masse" tun kann.
Ich nehme an, das könnte auch noch irgendwie ein Faktor sein. Mt dem so gerne proklamierten "Wir haben keinen Nachwuchs"-Faktor geht halt auch einher, dass die, die noch da sind, zunehmen weniger Schüler oder "nur" Studenten sind, sondern eben teils oder vollzeit arbeiten gehen – und damit wird Freizeit halt zunehmend eine Ressource.Der Umkehrschluss ist aber auch hier, dass zumindest die Rollenspieler als solches ja durchaus noch da sind, nur eben "verschoben". Ich gehe deutlich weniger auf Cons als noch vor zwei Jahren und wie schon gesagt, habe ich weniger Zeit, noch Material für "außen" aufzubereiten – aber ich bin halt schon weiterer P&Pler mit fünf unregelmäßig-regelmäßigen Runden...
Der Wired-Artikel gibt vermutlich dennoch den Ton für das Gesamtphänomen an, sozusagen. Obschon die Rollenspiel-Szene halt schon immer ein ganz obskures Sonderwesen war ^^
Viele Grüße,Thomas
Wie im Einzelnen mögen
Wie im Einzelnen mögen vielleicht weniger Zeit haben, aber die "Masse" an Gamern doch nicht mehr oder weniger, als früher, oder? Für alle jene Spieler, die ins Berufs- und vor allem Familienleben einsteigen, müssten doch auch Schüler und Studenten folgen, die eben mehr Zeit mit sich bringen. Aber vielleicht hat sich ja tatsächlich der "Eingenentwiclungsgedanke" in den letzten Jahren deutlich bei den Spielern (vor allem den Nachrückenden) reduziert...
Ich will mal einschreiten, da
Ich will mal einschreiten, da ich das Heil nicht ausschließlich bei Schüler und Studenten sehe, es sei denn es geht um neue Spieler. Die Leute mit denen ich spiele sind wie ich zwischen 30 und 40 und wir spielen alle 2 oder 3 mal die Woche, weil wir es wollen und uns die Zeit nehmen können. Dafür geht der eine vielleicht nicht in die Kneipe, ich verzichte auf ein TV-Gerät samt Konsole und der dritte geht statt in den Verein eben zum Spielen oder der wieder andere bastelt weniger im Keller sondern spielt lieber. Bis auf ein paar Extrem-Eskapisten stehen wir als Unternehmensberater, Entwickler, Beamte, Geschäftsführer etc auch im vollen Berufsleben.
Ich denke wenn es einem wichtig ist, kann man es auch einrichten, zu spielen. Es ist eine Sache der Priorisierung und wenn man eben spielverrückt ist das Spielen wichtiger als andere zeitfressende Freizeitbeschäftigungen.
My 2 cents
Ohne Empirie...
Heyho :)
Das Problem ist wohl letztlich, dass wir halt einfach keine verlässlichen Zahlen haben. In jedem Pen&Paper-Umfeld, dass ich so habe, kannst du diesen generellen Alterungsprozess ohne Nachwuchs irgendwo beobachten, aber ich weiß einfach nicht, inwiefern das nun symptomatisch ist oder nicht. Man kommt halt unglaublich schwer aus seinem direkten Umfeld, auch virtuell gesehen, heraus.
Ich rechne halt nur mal so: Ich war 15, als ich die DORP 1999 das erste Mal ins Netz hiefte. Nur noch wenige Tage lang, aber ich war 15. Nun weiß ich es in der Blogwelt nicht so richtig zu beurteilen, aber ich habe eigentlich das Gefühl, dass die meisten Leute etwa auf rsp-blogs.de auch älter sind. Da mag ich mich irren.
Die Frage wäre also möglicherweise: Wo sind sie, die wirklich jungen Nachwachsenden? Die würden sicherlich nicht alle dabei bleiben, aber einige von denen würden dann vermutlich durchhalten und halt auch anhaltend Material bieten. Aber gibt es die?
Ehrliche Frage, denn ich weiß es nicht.
Oder gibt es sie, und sie sind nur "wo anders", physisch wie virtuell, wo ich mich einfach nicht herumtreibe?
Viele Grüße,
Thomas
PS: Um es noch mal klar zu sagen: Ich denke, dass das in der Wired angesprochene Phänomen definitiv einen großen Anteil daran hat, dass wir immer weniger RPG-Webseiten im Netz finden. Außer Frage. Aber ich frage mich halt, heute hier mal laut, aber generell schon länger, inwiefern die Nachwuchslosigkeits-Propheten wohl Recht haben oder nicht...
Also meine Runden waren immer
Also meine Runden waren immer mehr oder weniger gemischt - von 18 bis 48. Auch bei Spielersuchen war ich doch immer wieder überrascht, wie viele junge RPGler die Suchmaschinen ausspruckten. Das ist jetzt allerdings auch schon wieder einige Zeit her.
Bei unserem lokalen Rollenspielladen sind auch ohne Ende junge Leute anzutreffen - die misten treiben sich dort wegen Mangas rum. Ich denke schon, dass es möglich wäre, einige von ihnen für Pen & Paper Rollenspiel zu begeistern. Es ist ja nicht so, als wenn der Spaß an userem Hobby sich den meisten Menschen nicht erschließt. Vielmehr brauchen viele nur 1 oder 2 Abende, um selbst begeisterte Spieler zu sein.
Allerdings empfinde ich es so, als wenn auch hier die Berieselungserwartun deutlich eingekehrt ist - bis auf den Spielleiter (wenn überhaupt) mag der Rest zumeist nur konsumieren und nicht unbedingt auch noch zum Spiel durch Zeitinvestition beitragen.